Offene Bibliothek


Öffnungszeit: Jederzeit

Offener Bücher-Schrank in der Neustadt muss erneuert werden

Vor rund neun Jahren kamen die amerikanischen Künstler Michael Clegg und Martin Guttmann auf eine ungewöhnliche Idee: Sie konzipierten aus alten Kunstgranit-Schaltkästen eine "offene Bibliothek". Zwei der Kunstwerke stehen auch in der Oberstadt und in der Neustadt. "Die Leute kommen und stellen Bücher in den Kasten und nehmen andere mit - ein Schleusenprinzip", beschreibt Künstler Horst Pietrek die Einrichtung.

Das Sortiment ist vielfältig. Die "Gewaltfreie Geburt" lehnt sich an die "Anorganische Chemie", der China-Reiseführer einträchtig an Daphne du Maurier. Bücher - original verschweißt, gebraucht oder über 100 Jahre alt, Triviales und Weltliteratur. "Das Angebot wechselt manchmal von heute auf morgen", sagt Oliver Blank (Grüne), stellvertretender Ortsvorsteher.

Ein kleines Wunder: Anders als andere öffentliche Einrichtungen blieb die Bibliothek bislang von Vandalismus verschont. Eine kleine Schar von ehrenamtlichen Anwohnern "betreut" die Einrichtung, obwohl die Box im Grunde immer noch eine Leihgabe des Künstlers ist. Doch das Objekt ist vielen ans Herz gewachsen. Auch der 47-Jährigen aus der Boppstraße, die seit sieben Jahren vier Mal die Woche vorbei kommt: "Die Bibliothek ist auch ein Kommunikationstreff. Viele finden hier Zugang zu Büchern." Professoren, Stadtstreicher, Jugendliche oder Rentner. Japanische Zeitungen, Bücher in Hebräisch - multikulti und schichtübergreifend. "Ein Italiener lernt anhand der Bücher Deutsch", so Pietrek stolz.

Doch Wind und Wetter haben der Bibliothek in der Neustadt, deren Standort Pietrek nicht veröffentlichen will, arg zugesetzt. Nun werden Sponsoren für die Sanierung gesucht.(kat)

Quelle: Mainzer Rhein-Zeitung vom 20.04.2002



Kopie des Originalartikels [71 KByte]

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